19. Sonntag im
Jahreskreis
C
Wach sein heißt wissen, was geschieht, und bereit
sein für das, was kommt; in Treue der Gegenwart dienen, im Glauben die Zukunft
wagen. Wenn die Herde schläft, muss der Hirt wachen, um die Gefahr abzuwehren,
aber auch um die Zeichen der Hoffnung zu sehen, um Wege in die Zukunft zu
suchen.
Eröffnungsvers Vgl.
Ps 74 (73), 20.19.22.23
Blick hin, o Herr, auf deinen Bund
und vergiss das Leben deiner Armen nicht für immer.
Erhebe dich, Gott, und führe deine Sache.
Vergiss nicht das Rufen derer, die dich suchen.
Ehre sei Gott
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
wir dürfen dich Vater nennen,
denn du hast uns an Kindes statt angenommen
und uns den Geist deines Sohnes gesandt.
Gib, dass wir in diesem Geist wachsen
und einst das verheißene Erbe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Zur 1. Lesung Die Kapitel 11-19 des Weisheitsbuches schildern das Walten der göttlichen
Weisheit, wie es beim Auszug Israels aus Ägypten sichtbar wurde. „Jene Nacht“
(18, 6) ist die Nacht, in der alle Erstgeburt der Ägypter getötet wurde (Ex 11,
4-7; 12, 29). Die Väter, das heißt die Israeliten, waren darauf vorbereitet; es
war für sie eine Nacht des Wachens, wie auch Gott über Israel gewacht hat. Wach
sein für den Tag, an dem der Herr kommt, ist auch die Mahnung des heutigen
Evangeliums.
1. Lesung Weish 18, 6-9
Während du die Gegner straftest, Herr, hast du
uns zu dir gerufen und verherrlicht
Lesung
aus dem Buch der Weisheit
6Jene
Nacht wurde unseren Vätern vorher angekündigt; denn sie sollten zuversichtlich
sein und sicher wissen, welchen eidlichen Zusagen sie vertrauen konnten.
7So
erwartete dein Volk die Rettung der Gerechten und den Untergang der Feinde.
8Während
du die Gegner straftest, hast du uns zu dir gerufen und verherrlicht.
9Denn
im Verborgenen feierten die frommen Söhne der Guten ihr Opferfest; sie
verpflichteten sich einmütig auf das göttliche Gesetz, dass die Heiligen in
gleicher Weise Güter wie Gefahren teilen sollten, und sangen schon im Voraus
die Loblieder der Väter.
Antwortpsalm Ps
33 (32), 1 u. 12.18-19.20 u. 22 (R: vgl. 12b)
R Selig
das Volk, (GL
646,1)
das der Herr sich zum Erbteil erwählt
hat. - R
1 Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; V. Ton
für die Frommen ziemt es sich, Gott zu
loben.
12 Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
der Nation, die er sich zum Erbteil
erwählt hat. - (R)
18 Doch das Auge des Herrn ruht auf allen,
die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
19 denn er will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben
erhalten. - (R)
20 Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist für uns Schild und Hilfe.
22 Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir. - R
Zur 2. Lesung Die Kapitel 11 und 12 des Hebräerbriefs (heute und an den drei
folgenden Sonntagen) stehen unter dem Thema Glauben. Der ganze Brief ist an
Christen gerichtet, die im Glauben müde und unsicher geworden sind. Glaube ist
mehr als ein Fürwahrhalten bestimmter Sätze, auch mehr als Geduld und
Tapferkeit: Der Glaube hat seinen Grund in der Treue Gottes und sein Vorbild an
den großen Gestalten der alten und der neueren Zeit, angefangen bei Abraham,
dem Vater unseres Glaubens. Der Glaube ist Hoffnung. Er ist das Ja des ganzen
Menschen zum Wort und Willen Gottes in dieser gegenwärtigen Welt.
2. Lesung Hebr 11, 1-2.8-19
Er erwartete die Stadt, die Gott selbst geplant
und gebaut hat
Lesung
aus dem Hebräerbrief
1Glaube
aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man
nicht sieht.
2Aufgrund
dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles Zeugnis erhalten.
8Aufgrund
des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum
Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
9Aufgrund
des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden
Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in
Zelten;
10denn
er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und
gebaut hat.
11Aufgrund
des Glaubens empfing selbst Sara die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu
werden; denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte.
12So
stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben
war, viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand,
den man nicht zählen kann.
13Voll
Glauben sind diese alle gestorben, ohne das Verheißene erlangt zu haben; nur
von fern haben sie es geschaut und gegrüßt und haben bekannt, dass sie Fremde
und Gäste auf Erden sind.
14Mit
diesen Worten geben sie zu erkennen, dass sie eine Heimat suchen.
15Hätten
sie dabei an die Heimat gedacht, aus der sie weggezogen waren, so wäre ihnen
Zeit geblieben zurückzukehren;
16nun
aber streben sie nach einer besseren Heimat, nämlich der himmlischen. Darum
schämt sich Gott ihrer nicht, er schämt sich nicht, ihr Gott genannt zu werden;
denn er hat für sie eine Stadt vorbereitet.
17Aufgrund
des Glaubens brachte Abraham den Isaak dar, als er auf die Probe gestellt
wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, er, der die Verheißungen empfangen
hatte
18und zu
dem gesagt worden war: Durch Isaak wirst du Nachkommen haben.
19Er
verließ sich darauf, dass Gott sogar die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken;
darum erhielt er Isaak auch zurück. Das ist ein Sinnbild.
Oder:
Kurzfassung Hebr
11, 1-2.8-12
Er erwartete die Stadt, die Gott selbst geplant
und gebaut hat
Lesung
aus dem Hebräerbrief
1Glaube
aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man
nicht sieht.
2Aufgrund
dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles Zeugnis erhalten.
8Aufgrund
des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum
Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
9Aufgrund
des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden
Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in
Zelten;
10denn
er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und
gebaut hat.
11Aufgrund
des Glaubens empfing selbst Sara die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu
werden; denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte.
12So
stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben
war, viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand,
den man nicht zählen kann.
Ruf vor dem
Evangelium Vers:
Mt 24, 42a.44
Halleluja.
Halleluja.
Seid wachsam und haltet euch
bereit!
Denn der Menschensohn kommt
zu
einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Halleluja.
Zum Evangelium Nur bei Lukas steht das Trostwort für die „kleine Herde“. Die Gemeinde
der Jünger Jesu ist in der Welt eine machtlose Minderheit, damals und heute.
Dennoch, die Kirche ist auf Weite und Universalität angelegt. Den Glaubenden
gehört die Zukunft, das „Reich“. Es kommt darauf an, dass sie ihre Situation
in der Zeit dieser Welt begreifen. Es ist die Zeit des Wachens und Durchhaltens
auf den Tag hin, an dem der Herr kommt.
Evangelium Lk 12, 32-48
Haltet auch ihr euch bereit
+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Lukas
32Fürchte
dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu
geben.
33Verkauft
eure Habe, und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht
zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel,
wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst.
34Denn
wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
35Legt
euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen!
36Seid
wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit
ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.
37Selig
die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er
wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach
bedienen.
38Und
kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach -
selig sind sie.
39Bedenkt:
Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er
verhindern, dass man in sein Haus einbricht.
40Haltet
auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr
es nicht erwartet.
41Da
sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die
anderen?
42Der
Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr
einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt?
43Selig
der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt!
44Wahrhaftig,
das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.
45Wenn
aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt,
die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht,
46dann
wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu
einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm
seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen.
47Der
Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und
nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen.
48Wer
aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der
wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel
zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso
mehr verlangen.
Oder:
Kurzfassung Lk 12, 35-40
Haltet auch ihr euch bereit
+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Lukas
35Legt
euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen!
36Seid
wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit
ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.
37Selig
die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er
wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach
bedienen.
38Und
kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach -
selig sind sie.
39Bedenkt:
Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er
verhindern, dass man in sein Haus einbricht.
40Haltet
auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr
es nicht erwartet.
Glaubensbekenntnis
Fürbitten: Im Jahreskreis
Zur Eucharistiefeier Es ist nicht so wichtig, wie klein oder groß die
„kleine Herde“ ist, die sich um den Altar versammelt. Wichtig ist, dass sie zum
Ort der Gegenwart Gottes wird. Vom Altar aus wird die Welt erneuert und
gerettet.
Gabengebet
Herr, unser Gott,
wir bringen die Gaben zum Altar,
die du selber uns geschenkt hast.
Nimm sie von deiner Kirche entgegen
und mache sie für uns zum Sakrament des Heiles.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis
Kommunionvers Ps 147, 12.14
Jerusalem, preise den Herrn, er sättigt dich mit
bestem Weizen.
Oder: Joh 6, 51
So spricht der Herr:
Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch;
ich gebe es hin für das Leben der Welt.
Schlussgebet
Barmherziger Gott,
wir haben
den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Das heilige Sakrament bringe uns Heil,
es erhalte uns in der Wahrheit
und sei unser Licht in der Finsternis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und
die Woche
Herr, du willst zu uns kommen und uns heimsuchen mit deiner Wahrheit und Freude. So bereiten wir
unsere Herzen in Demut und bekennen: Dein Kommen haben wir vergessen. Wir haben
gelebt, als wäre kein Gericht, und haben unsere Tage vertan wie ein Geschwätz.
Herr, komm über uns mit deinem Gericht, komm über uns mit unerbittlicher,
heiliger Liebe. Erwecke uns, dass wir uns aufmachen auf den Weg zu dir. Führe
uns, Herr, aus der Nacht dieser Zeit in deinen ewigen Tag. (K. B. Ritter)