Zweiter Adventssonntag
C
Ein Christ in dieser Welt ist
nicht ein verlorener Einzelgänger. Er steht in der Gemeinschaft glaubender und
hoffender Menschen. Er weiß sich verantwortlich für sie und für alle. Denn für
alle Menschen will Gott Rettung, Freiheit, Freude. Und jeder kann jedem ein
Helfer sein.
Eröffnungsvers Vgl.
Jes 30, 19.30
Der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen.
Volk Gottes, mach dich bereit.
Höre auf ihn, und dein Herz wird sich freuen.
Tagesgebet
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Zur 1. Lesung Der späte Prophet, der in Baruch 5, 1-9 spricht, wendet sich an Juden,
die als Minderheiten in der Fremde leben. Sie haben keine politische Macht,
aber Gott denkt an sie, er kümmert sich um sie; sein Wort ist zuverlässig. Wer
sich an Gottes hält, hat Zukunft und Hoffnung.
1. Lesung Bar
5, 1-9
Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis zeigen
Lesung
aus dem Buch Baruch
1Leg
ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit
dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht.
2Leg
den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit
des Ewigen aufs Haupt!
3Denn
Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen.
4Gott
gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der
Gottesfurcht.
5Steh
auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine
Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie
gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat.
6Denn
zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie
heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte.
7Denn
Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel,
und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so dass Israel unter der
Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann.
8Wälder
und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß.
9Denn
Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und
Gerechtigkeit kommen von ihm.
Antwortpsalm Ps
126 (125), 1-2b.2c-3.4-5.6 (R: 3)
R
Großes hat der Herr an uns getan. (GL 753, 1)
Da waren wir fröhlich. - R
1 Als der Herr das Los der Gefangenschaft
Zions wendete, II. Ton
da waren wir alle wie Träumende.
2ab Da war unser Mund voll Lachen
und unsere Zunge voll Jubel. - (R)
2cd Da sagte man unter den andern Völkern:
„Der Herr hat an ihnen Großes getan.“
3 Ja, Großes hat der Herr an uns getan.
Da waren wir fröhlich. - (R)
4 Wende doch, Herr, unser Geschick,
wie du versiegte Bäche wieder füllst
im Südland.
5 Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten. - (R)
6 Sie gehen hin unter Tränen
und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel
und bringen ihre Garben ein.
R
Großes hat der Herr an uns getan,
da waren wir fröhlich.
Zur 2. Lesung Die Christengemeinde von Philippi war die erste, die Paulus auf
europäischem Boden gegründet hat. Sie blieb dem Apostel in Glauben, Liebe und
Gehorsam verbunden. Paulus hat also Grund, Gott für diese Gemeinde zu danken.
Und er betet für sie um inneres Wachsen und Reifen. Der „Tag Christi“, der Tag
seiner Ankunft, wird der Tag der Ernte sein, die Zeit der reif gewordenen
Liebe.
2. Lesung Phil
1, 4-6.8-11
Sei rein und ohne Tadel für den Tag Christi
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper
4immer,
wenn ich für euch alle bete, tue ich es mit Freude
5und
danke Gott dafür, dass ihr euch gemeinsam für das Evangelium eingesetzt habt
vom ersten Tag an bis jetzt.
6Ich
vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch
vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.
8Gott
ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne mit der herzlichen Liebe,
die Christus Jesus zu euch hat.
9Und
ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und Verständnis
wird,
10damit
ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Dann werdet ihr rein und ohne Tadel
sein für den Tag Christi,
11reich
an der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus gibt, zur Ehre und zum Lob
Gottes.
Ruf vor dem
Evangelium Vers:
Lk 3, 4b.6
Halleluja.
Halleluja.
Bereitet
dem Herrn den Weg!
Ebnet
ihm die Straßen!
Und
alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.
Halleluja.
Zum Evangelium Johannes der Täufer ist der Vorläufer; er weist auf den Messias hin und
bereitet ihm die Wege. Der Evangelist Lukas stellt die Berufung des Johannes in
den großen Rahmen der Weltgeschichte und der Heilsgeschichte. In der Predigt
des Täufers wird schon deutlich, von welcher Art das Heil sein wird, das von
Gott kommt: Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus. Sie ist möglich, wenn der
Mensch bereit ist, umzukehren, anders zu werden.
Evangelium Lk
3, 1-6
Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott
kommt
+ Aus dem heiligen
Evangelium nach Lukas
1Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des
Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch
von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias
Tetrarch von Abilene;
2Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da
erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
3Und er zog in die Gegend am Jordan und
verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
4 (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden
des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn
den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
5Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder
Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist,
soll zum ebenen Weg werden.
6Und alle Menschen werden das Heil sehen, das
von Gott kommt.
Glaubensbekenntnis
Fürbitten: Advent
Zur Eucharistiefeier Das Heil, das uns von Gott kommt, ist
Christus selbst, seine Person, sein Wort, sein Sakrament. Die Frage ist, ob wir
bereit sind, ihm zu begegnen und von dieser Begegnung Zeugnis zu geben durch
unser Wort und unsere Tat.
Gabengebet
Barmherziger Gott,
wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen
können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen vom Advent
Kommunionvers Bar
5, 5; 4, 36
Jerusalem, erhebe dich,
steig auf den Berg und schau die Freude,
die von deinem Gott zu dir kommt.
Schlussgebet
Herr, unser Gott
im heiligen Mahl
hast du uns mit deinem Geist erfüllt.
Lehre uns durch die Teilnahme an diesem
Geheimnis,
die Welt im Licht deiner Weisheit zu sehen
und das Unvergängliche mehr zu lieben
als das Vergängliche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und die Woche
Das
größere Übel
Sicher ist es ein großes Übel, voller Fehler zu
sein.
Noch ein größeres Übel ist es,
voller Fehler zu sein und sie nicht kennen zu
wollen.
Denn das heißt, dass man ihnen willentlich
noch den Betrug hinzufügt.
(Blaise Pascal)