21.
Sonntag im Jahreskreis
Zum
Haus gehört, dass es festen Bestand hat und dass es bewohnbar ist. Bewohnbar
ist es durch Mauern und durch die Tür; auch die Fenster gehören dazu. Tür und
Fenster sind zum Öffnen und zum Schließen gut. Festen Bestand aber hat das
Haus vor allem durch das Fundament. Die Kirche Christi ist apostolisch: sie ruht
auf dem Fundament der Apostel, auf ihrem Glauben, ihrer Lehre, das heißt aber
letzten Endes: auf Christus selbst. Er ist der Fels.
Eröffnungsvers
Ps
86 (85), 1-3
Wende
dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr,
hilf
deinem Knecht, der dir vertraut, sei mir gnädig, o
Herr.
Den
ganzen Tag rufe ich zu dir.
Ehre sei Gott
Tagesgebet
Gott,
unser Herr,
du
verbindest alle, die an dich glauben,
zum
gemeinsamen Streben.
Gib,
dass wir lieben, was du befiehlst,
und
ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit
in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere
Herzen dort verankert seien,
wo
die wahren Freuden sind.
Darum
bitten wir durch Jesus Christus.
Zur
1. Lesung Das
Wort vom Schlüssel, der dem Beamten am Königshof in Jerusalem auf die Schulter
gelegt wird, deutet eine Beziehung dieser Lesung zum Evangelium an (Mt 16,19).
Schlüsselgewalt bedeutet Macht und Ehre, aber auch Last der Verantwortung. Der
Vorgänger des neuen Palastvorstehers musste abgesetzt werden (gegen 700 v.
Chr.); aber auch Eljakim, der Nachfolger, auf den der Prophet große Hoffnungen
setzt, wird ihn später enttäuschen (vgl. Jes 22,24-25).
1.
Lesung
Jes 22,19-23
Ich
lege ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter
Lesung
aus dem Buch Jesaja
So
spricht der Herr zu Schebna, dem Tempelvorsteher:
19Ich
verjage dich aus deinem Amt, ich vertreibe dich von deinem Posten.
20An
jenem Tag werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas, berufen.
21Ich
bekleide ihn mit deinem Gewand und lege ihm deine Schärpe um. Ich übergebe ihm
dein Amt, und er wird für die Einwohner Jerusalems und für das Haus Juda ein
Vater sein.
22Ich
lege ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter. Wenn er öffnet, kann
niemand schließen; wenn er schließt, kann niemand öffnen.
23Ich
schlage ihn an einer festen Stelle als Pflock ein; er wird in seinem Vaterhaus
den Ehrenplatz einnehmen.
Antwortpsalm
Ps
138 (137), 1-2b.2c-3.6 u. 8 (R: 8bc)
R
Herr, deine Huld währt
ewig.
(GL 528, 1)
Lass
nicht ab vom Werk deiner Hände! - R
1 Ich
will dir danken aus ganzem Herzen,
I. Ton
dir vor den Engeln singen und spielen;
2ab ich will mich
niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin
und
deinem Namen danken für deine Huld und Treue. -
(R)
2cd Denn du hast die Worte meines
Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
3 Du hast
mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du
gabst meiner Seele große Kraft. -
(R)
6
Der Herr ist
erhaben;
doch er schaut auf die Niedrigen
und die Stolzen erkennt er von fern.
8
Der Herr nimmt
sich meiner an.
Herr, deine Huld währt ewig.
Lass
nicht ab vom Werk deiner Hände! -
R
Zur
2. Lesung Das
Ziel der Schöpfung und der Menschheitsgeschichte ist Christus; er ist auch der
Anfang. In hymnisch-feierlicher Sprache steht diese Aussage am Ende der
Überlegungen über den Unglauben Israels (Röm 9-11). Gott handelt an diesem
Volk, wie an allen Völkern, entsprechend seiner Gerechtigkeit und Treue, das
heißt aber letzten Endes: nach seinem Erbarmen. Staunend stehen wir vor dem
Geheimnis Gottes (11,25).
2.
Lesung
Röm
11,
33-36
Aus ihm
und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Römer
33O Tiefe
des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind
seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege.
34Denn
wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?
35Wer
hat ihm etwas gegeben, so dass Gott ihm etwas zurückgeben müsste?
36Denn
aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in
Ewigkeit! Amen.
Ruf
vor dem Evangelium
Vers: Mt 16,18
Halleluja.
Halleluja.
Du
bist Petrus - der Fels -,
und
auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen,
und
die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Halleluja.
Zum
Evangelium Der
Glaube an Jesus als den Christus, den Messias, und der Glaube an Christus als
den Sohn Gottes ist nicht das Ergebnis rein menschlicher Überlegung und
Forschung:
„Fleisch und Blut“ kann es nicht
offenbaren. Wem Gott es schenkt, der ist glücklich zu preisen. Jesus hat den
Glauben des Simon bestätigt; er soll Petrus, der Fels sein, in dem bis zur
Wiederkunft des Herrn die Kirche ihr Fundament und ihre Festigkeit haben wird.
Evangelium
Mt
16,
13-20
Du bist Petrus;
ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben
+ Aus
dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In
jener Zeit,
13als
Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen
halten die Leute den Menschensohn?
14Sie
sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere
für Jeremia oder sonst einen Propheten.
15Da sagte
er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
16Simon
Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
17Jesus
sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben
dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18Ich
aber sage die: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich
meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht
überwältigen.
19Ich
werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst,
das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das
wird auch im Himmel gelöst sein.
20Dann
befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.
Glaubensbekenntnis
Fürbitten: Im Jahreskreis
Zur
Eucharistiefeier In jeder
Eucharistiefeier wird für den Nachfolger des Petrus gebetet und für alle, die
in der Kirche Verantwortung tragen. Petrus ist der Fels, aber nicht er allein
trägt die Kirche. Christus ist der Fels. Und jeder, der an Christus glaubt,
trägt den Glauben aller anderen mit.
Gabengebet
Herr
und Gott,
du
hast dir
das
eine Volk des Neuen Bundes erworben
durch
das Opfer deines Sohnes,
das
er ein für alle Mal dargebracht hat.
Sieh
gnädig auf uns
und
schenke uns in deiner Kirche
Einheit
und Frieden.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis
Kommunionvers
Vgl. Ps 104 (103), 13-15
Herr,
von den Früchten deiner Schöpfung werden alle satt.
Du
schenkst dem Menschen Brot von der Erde
und
Wein, der sein Herz erfreut.
Oder:
Joh 6, 54
So
spricht der Herr:
Wer
mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige
Leben,
und
ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Schlussgebet
Herr,
unser Gott,
schenke
uns durch dieses Sakrament
die
Fülle deines Erbarmens und mache uns heil.
Gewähre
uns deine Hilfe,
damit
wir so vor dir leben können,
wie
es dir gefällt.
Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für
den Tag und die Woche
In
die Zukunft hinein Jede
wahrhaft im Glauben gesetzte Tat wirkt jetzt und hier nicht nur Gegenwärtiges,
sondern Zukünftiges, indem sie aufs wirksamste und unfehlbarste die Struktur
des Kommenden bestimmt und verwandelt. Die Anregung, dass Kirche und Christen
mehr für die kommenden Geschlechter beten müssten (Gebet ist Tat), ist deshalb
richtig. Durch Jesu Leben ist die Kirche und alles innerhalb der Kirche gelebte
Leben möglich geworden; es ist potentiell darin erhalten und als echt
zukünftiges verbürgt. So schafft jede sich erfüllende christliche Sendung die
Grundlage neuer Sendungen. Entzieht sich ein Christ der Aufgabe, an dieser
bestimmten Stelle sich „als
lebendiger Baustein in den geistigen Tempel“ einfügen zu lassen (1 Petr 2,5),
dann verändert er in abträglichem Sinne die Sendung all derer, die sich über
ihm, auf der Grundlage seiner vollzogenen Sendung, höher oben einfügen lassen
sollten. (H.
U. von Balthasar)