Diese Deckenbilder werden von Brustbildern der Kaiser, des Stifters
und der Schutzvögte des Klosters in den Kartuschen über den Kämpfern,
an den Seitenwänden im Westen und an der Westwand selbst begleitet.
Die Gewölbe der Galerie sind mit Bildern von Augustinerheiligen geschmückt.
Die Deckenfresken über dem Chor erzählen von der Gründung und Ausbreitung
der Kirche. In der Mitte steht die Sendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten;
am Chorbogen der Auferstandene bei den Jüngern in Emmaus und über
dem Hochaltar die Schlüsselübergabe an Petrus. In den Zwickeln
um das Pfingstbild sind die vier Erdteile Europa, Afrika, Amerika
und Asien dargestellt, in denen das Evangelium verkündet werden soll.
Die Bilder in den Gewölben der Galerie, die den Chor umzieht, sprechen
von diesen Anfängen. Sie zeigen die Heilung des Lahmen durch Petrus
und Johannes, Petri Befreiung aus dem Gefängnis, die Steinigung
des heiligen Stephanus, Bekehrung des heiligen Paulus, Taufe
des äthiopischen Kämmerers durch Philippus und die Enthauptung
des heiligen Jakobus, des ersten Bischofs von Jerusalem.
Vom barocken Hochaltar stehen heute nur noch der Altartisch
und der architektonische Rahmen. In ihm hatten Josef Anton Feuchtmayer
und seine Mitarbeiter Johann Georg und Franz Anton Dirr (1760/61)
eine Himmelfahrt Mariens als plastisches Werk geschaffen, das der Höhepunkt
Feuchtmayerscher Kunst war. Das Werk wurde unter dem Einfluß der Beuroner
Kunstschule 1872 beseitigt. Die Patres Gabriel Wüger und Lukas Steiner
malten statt dessen eine Krönung Mariens als Altarblatt.
Von Feuchtmayer und Dirr stammen auch die beiden Seitenaltäre am Chorbogen.
In ihrem lebhaft bewegten, symmetrischen Aufbau mit Pilastern und Säulen
aus rötlichem, grauem und grünlichem Stuckmarmor sind sie als barocke
Meisterwerke anzusehen. Ihr wertvollster Schmuck sind vier in Holz geschnitzte
Figuren der Heiligen Joachim und Anna, Dominikus und Katharina.
In den Mittelnischen der beiden Altäre stehen die Kopie einer Josephsfigur
nach dem Original in Neuhausen/Filder (1. Hälfte des 18. Jahrhunderts)
und eine Benediktstatue aus der Zeit um 1700. Die Ölbilder (auf Leinwand)
in den geschweiften Auszügen oben zeigen die Erzengel Raphael und Gabriel.
Die sechs Beichtstühle im Kirchenschiff mit ihrem geschwungenen Grundriß,
mit dem bekrönenden Muschelwerk und den Engelshermen haben die gleichen Meister geschaffen.
Ähnliche Motive findet man als Stuckornament an den Kapitellen der Pfeiler,
an der Brüstung der Galerie und auf den breiten Bändern zwischen den großen
Fresken des Langhauses und den Jochbögen. Blumengehänge, Akanthus,
Gitterwerk und Muscheln sind die Formen, mit denen Johannes Schütz
aus Wurzach und Pontian Gigl aus Wessobrunn den Raum geschmückt
und doch nicht überladen haben.
Die Abteikirche besitzt zwei Orgeln: die Marienorgel im Ostchor an der
südlichen Rückwand über dem Chorgestühl, mit 17 Registern,
von der Firma Mönch & Prachtel, Überlingen, 1978 gebaut.
→ www.moench-orgelbau.de
Sie dient der Begleitung
des Gesanges der Mönche. Die St. Martinorgel auf der Westempore,
als Hauptorgel mit 57 Registern, wurde 1984 von der Firma Johannes Klais, Bonn,
gebaut.
Die Prospekte beider Orgeln sind Nachahmungen: für die Marienorgel diente
als Vorbild die Orgel in Reichenbach, von dem Orgelbauer Hieronymus Spiegel 1763,
für die Martinorgel die der Stadtkirche in Pfullendorf, deren Prospekt
einst die Barockorgel der Beuroner Kirche zierte und 1807 von Pfullendorf
erworben worden war. Allerdings liegen bei den Nachbildungen weithin
andere Raum- und Größenverhältnisse vor als bei den originalen Barockprospekten.
Einige Gedenksteine und Grabplatten in der Kirche erinnern an
die Augustiner-Chorherren. Darunter befindet sich im Mittelgang ein Gedenkstein
für den Erbauer des Gotteshauses, Abt Rudolf II. von Strachwitz.
Er wurde bei der Besichtigung der fast vollendeten Kirche am 10. Juli 1738
durch einen herabfallenden Stein erschlagen. Vor den Stufen zum Chor liegen
die Bronzegrabplatten für drei Benediktiner des 1863 wiedererstandenen Beuron:
in der Mitte über dem Grab des Gründer-Erzabtes Maurus Wolter, gestorben 1890;
vor dem Josephsaltar über dem Grab des ersten Abtprimas des Benediktinerordens,
Hildebrand de Hemptinne, gestorben 1913; und vor dem Benediktusaltar
über dem Grab von Erzbischof Willibrord Benzler, gestorben 1921,
Mönch in Beuron, Abt von Maria Laach und Bischof von Metz.